#26 Wie du Meditation für die Heilung deiner Essstörung nutzen kannst

Ich erzähle bestimmt schon seit Beginn dieses Podcasts davon, dass ich eine Folge zum Thema Meditation machen möchte, weil Meditation einer der größten Gamechanger auf meinem Heilungsweg war und mir in so vielerlei Hinsicht geholfen hat mich persönlich weiterzuentwickeln.

Und nachdem ich es schon so oft versprochen habe, dachte ich: "So du musst das jetzt wirklich mal machen und voilahere we are". Bei einer Podcastfolge zum Thema Meditation und wie du Meditation für die Heilung deiner Essstörung nutzen kannst.

Vielleicht denkst du jetzt: „Meditation?  Interessiert mich nicht. Hilft mir nicht.“ I feel you. Ich hatte so viele Vorurteile gegenüber Meditation und auch absolut keine Lust da Zeit zu investieren um mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aber manchmal braucht man einfach jemanden, der einen an der Hand nimmt, bei mir war das damals meine Gastschwester – die mir gesagt hat: "Es hat mein Leben verändert. Fang an zu meditieren."

Diese Podcastfolge ist meine Art, dich virtuell an die Hand zu nehmen und zu sagen: "Fang an zu meditieren."

Ich werde oft zu ganz bestimmten Tipps auf dem Heilungsweg gefragt: Hast du das gemacht? Was soll ich machen? Was hältst du davon und davon?


Und ich sage dann immer: Der Heilungsweg ist ganz individuell.
Es gibt Dinge, die helfen vielleicht dem einen, aber dem anderen nicht. Aber Meditation ist eine Ausnahme. Denn ich denke, dass Meditation wirklich  jedem helfen kann.

Seitdem ich regelmäßig meditiere, habe ich einen anderen Zugang zu mir, meinen Gefühlen, aber auch eine neue Verbundenheit zu meinem Körper. Und Meditation hat mir geholfen die Essstörung zu heilen.

Was ich damit eigentlich sagen will: Meditation ist eins der wichtigsten Tools, das dich auf deinem Heilungsweg unterstützen kann und dir darüber hinaus hilft ganz anders mit dir deinem Körper und deinen Gefühlen umzugehen.

Auch über die Essstörung hinaus. Meditation hilft mir dabei verständnisvoll und liebevoll auf mich selber blicken. Mich mit mir zu verbinden.

Meditation muss überhaupt nicht spirituell sein. Kann sie aber, wenn du das möchtest. Es geht darum, dass du es so machst, dass es sich für dich richtig anfühlt. Ich habe total unspirituell angefangen zu meditieren.

 

Meditation muss nicht bedeuten, dass du mit Räucherstäbchen auf einem Kissen sitzt und ein Mantra aufsagst. Sondern Meditation kann auch sein, dass du morgens in der Bahn die Augen schließt und dir einen Moment nimmst, um dich mit dir zu verbinden.

Du kannst Meditation so machen, wie sie dir am besten hilft. Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Mach es so, dass es dir hilft. Und es kann auch sein, dass du mal das eine und mal das andere brauchst. Das hängt ganz von dir ab. Deiner Stimmung, deinem Körper, deinen Gedanken, vielleicht auch dem Tag an sich. Und deswegen ist auch jede Meditation anders.

Weil wir ja auch jeden Tag anders sind.

Ich habe damals mit einer Meditations-App gestartet. Und so quasi die Basics „gelernt“. Ich glaube es war damals 7mind – das ist eine deutsche Meditationsapp, weil ich gerne Meditationen irgendwie gerne auf Deutsch hören wollte, um vollständig loszulassen, zu können und nicht noch was übersetzen zu müssen.

Aber es gibt mittlerweile so viele tolle Meditationsapps – wie Headspace oder Calm oder Buddhyfi.

 

Hier findest du übrigens einen Artikel zu den Unterschieden der einzelnen Apps: Meditations-Apps im Vergleich

Das ist manchmal ganz gut, wenn man unsicher ist, wo man überhaupt starten soll.

Oder vielleicht möchtest du auch gar keine App benutzen. Sondern einfach frei meditieren. Manchmal mache ich eine angeleitete Meditation und manchmal brauche ich einfach nur 15 Minuten Stille. Oder Meeresrauschen.

Es gibt nicht einen richtigen Weg, sondern nur deinen Weg. Der Weg der für DICH richtig ist. Und es ist völlig okay, wenn andere das nicht verstehen.

Ich glaube, mein größter Irrtum bei der Meditation war, dass es beim Meditieren darum geht, auf keinen Fall zu denken. Und alle Gedanken daran zu hindern, aufzutauchen.

Und so saß ich da die ersten Male während der Meditation und habe ich ganze Zeit: "Du darfst nicht denken gedacht.  Aber eigentlich bei der Meditation nicht in erster Linie darum nicht zu denken, sondern im ersten Schritt einfach mal wahrzunehmen.

Ich habe am Anfang während der Meditation wahnsinnig viel gedacht. Also wirklich sehr viel. Und es kann sein, dass dir während der Meditation auch viele Gedanken kommen. Dann kannst du dir quasi jeden einzelnen Gedanken angucken: "Ah – das ist der Gedanke, dass ich morgen nach der Arbeit noch das und das machen muss." Und im Anschluss, wenn du den Gedanken „zu Ende gedacht hast“, schickst du ihn mit der nächsten Ausatmung wie eine kleine Wolke aus deinem gedanklichen Sichtfeld. Und vielleicht kommt der gleiche Gedanke noch einmal, oder es kommt ein anderer Gedanke. Völlig egal. Du machst einen Gedanken nach dem anderen.

Ich stelle mir tatsächlich immer vor, dass ich die Wolken mit meinem Atem in gewisser Weise „wegpuste“.

Du kannst Meditation auch nutzen, um einen Check-in mit dir selbst zu machen: Wie geht es mir?

Und das ist tatsächlich auch der erste Grund, warum Meditation bei der Heilung der Essstörung so unglaublich wertvoll ist, weil Meditation bedeutet „Wahrzunehmen“. Einfach mal zu spüren und alles wahrzunehmen, was da ist. Körperlich. Seelisch. Um dich herum. Und Wahrnehmen ist der Schlüssel um zu Reflektieren und dann zu handeln. Wahrnehmen ist eins der größten Learnings auf meinem Heilungsweg gewesen. Ohne Wahrnehmung geht nämlich tatsächlich gar nichts.

Wenn ich etwas nicht wahrnehmen kann, dann kann ich es meist auch nicht verändern. Oder verändern, wie ich darauf reagiere.

Am Anfang meiner Meditation mache ich immer einen kleinen Check-in. Um anzukommen.

Wie geht es mir körperlich? Und wie geht es mir seelisch? Sowohl den Geist wahrzunehmen, als auch den Körper?

Und mal zu spüren: Wo merke ich vielleicht Verspannungen oder Enge? Eins nach dem anderen. Du musst dich auch nicht auf etwas Bestimmtes konzentrieren, sondern einfach mal in deinen Körper rein spüren.

Wenn wir wissen wollen, was wir anziehen können, checken wir das Wetter – Meditation ist der Check-in mit dir: Wie ist das Wetter heute? Muss ich vielleicht Taschentücher mitnehmen oder sollte ich lieber den Boxsack einpacken?

Es ist gut zu wissen, wie es dir geht, wo du stehst, bevor du in den Tag startest.

Wenn du regelmäßig meditierst, fällt es dir leichter diese Check-ups unterbewusst immer wieder in deinen Alltag zu machen und dich zu fragen: Wie geht’s mir mit dieser Entscheidung? In dieser Situation? Mit diesem Problem? In meinem Körper?

Oder du kannst diese Wahrnehmung dazu nutzen, um dich mit deinem Körper zu verbinden. Deinen Herzschlag wahrzunehmen. Die Wärme, die von deinem Körper ausgeht. Zu spüren wie dein Körper arbeitet. Oder wahrzunehmen, dass du in diesem Körper drin bist – jetzt in diesem Moment. Dass du einen Körper hast, aber so viel mehr bist als nur das.

Vielleicht auch wahrzunehmen: Was beschäftigt mich gerade? Welche Situation? Oder welches Gespräch? Wovor habe ich aktuell Angst? Was macht mir Sorgen? Oder vielleicht auch mal zu üben positive Gefühle wahrzunehmen. Was ist heute vielleicht gut gelaufen? Worauf bin ich stolz? Wofür dankbar?

Meditation ist auch eine Art von Rückzug. Ein sicherer Ort, der nur dir gehört. Wenn du das Gefühl hast, dass dir alles zu viel wird, dann gehe an diesen inneren, stillen Ort, den du immer dabei hast.

Regelmäßig zu meditieren bedeutet, Raum für dich zu schaffen. Dich selber wichtig zu nehmen. Wenn ich meine Meditationspraxis wirklich regelmäßig mache, dann ist das ein Ausdruck davon, dass ich mich um mich kümmere.

Ich habe in meiner letzten Podcastfolge zum Fitnesszwang darüber gesprochen, dass Meditation mir dabei geholfen hat, eine neue Routine zu schaffen. Eine Routine, die mir Halt und Sicherheit gibt.

Und erst, wenn wir uns wirklich sicher fühlen, können wir auch in Kontakt mit unseren Emotionen kommen. Manchmal sitze ich auf meinem Meditationskissen und mir kommen plötzlich die Tränen. Oder ich spüre tiefe Dankbarkeit und Verbundenheit. Sit with your emotions. Feel them. Durch Meditation habe ich gelernt, dass Gefühle einfach da sein dürfen. Dass Emotionen nicht nach richtig oder falsch bewertet werden müssen. Sondern, dass jedes Gefühl einfach erst einmal da sein darf. Und okay ist.

Und es ist super spannend, was passiert, wenn du deine Gefühle wirklich bewusst wahrnimmst. Vielleicht sogar körperlich. Dass du spürst, wo sie sitzen. Vielleicht im Herz? Oder im Hals? Oder im Magen?

Wenn du dir die Zeit nimmst, um Gefühle bewusst zu spüren, dann sind sie plötzlich viel erträglicher. Weil sie Raum bekommen um zu sein. Du musst sie nicht mehr wegschieben, weil sie plötzlich gar nicht mehr so groß und bedrohlich sind.

Und das nutze ich selber im Alltag so oft. Dass ich Gefühle wahrnehme, auslebe und damit loslasse.
Meditation ist quasi die Trockenübung, die du später in deinem Alltag jederzeit anwenden kannst, wenn du dir wirklich regelmäßig die Zeit nimmst um zu meditieren.

Eine Sache, bei der mir Meditation auch unfassbar geholfen hat, war das Thema negative Glaubenssätze anzugucken und aufzulösen. Was denke ich über mich selber? Welche Überzeugungen habe ich ? Wie rede ich mit mir?

Und deswegen ist Meditation auch so wertvoll auf deinem Heilungsweg, weil du diese ganzen inneren Dialoge mal wirklich bewusst wahrnimmst und beobachten kannst, was in dir passiert. Welche Muster vielleicht auch in bestimmten Situationen ganz automatisch ablaufen.

Ich bin nicht gut genug, ich schaffe das sowieso nicht, ich bin nicht liebenswert. Ich habe zum Thema negative Glaubenssätze auch schon eine eigene Podcastfolge aufgenommen, die in den Shownotes verlinkt ist. In der Folge erzähle ich dir auch, wie du Meditation nutzen kannst, um deine negativen Glaubenssätze aufzulösen und neue positive Überzeugungen über dir zu finden.

Ich verspreche dir hoch und heilig, dass Meditation eins deiner wertvollsten Tools für die Heilung deiner Essstörung ist. Aber nicht nur das , du bist einfach ganz anders mit dir verbunden. Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich einen starken Unterschied spüre, wenn ich mal ein paar Tage nicht meditiere.

Ich wünsche mir natürlich, dass dir diese Folge ein bisschen dabei geholfen hat, deine Vorurteile, die du bislang zum Thema Meditation noch hattest aufzulösen und hoffe, dass du dir einfach selber die Chance gibst, um Meditation für dich zu nutzen.


Last but not least, habe ich noch eine kleine Überraschung für dich. Und zwar wird es in den kommenden Tagen im oonamasté Podcast eine zusätzliche Specialfolge mit einer angeleiteten Meditation geben. Ich habe während meinem Urlaub auf Instagram dazu eine Umfrage gemacht und über 95 % haben sich eine Meditation zum Thema Selbstliebe und Körperakzeptanz gewünscht. Und Wünsche gehen ja bekanntlich in Erfüllung. Deswegen habe ich auf Ibiza eine wundervolle Meditation aufgenommen, die dir dabei hilft dich mit deinem Körper zu verbinden und liebevoller mit dir selbst umzugehen. Ich werde das aber auch nochmal offiziell auf Instagram kommunizieren, sobald die Meditation dann verfügbar ist.

Ich hoffe, dass du bei der nächsten Podcastfolge wieder dabei bist und sage dir bis dahin:

Du bist auf dem richtigen Weg.

Alles Liebe, deine Oona

Kommentar schreiben

Kommentare: 0