#43 Wie du lernst mentale und körperliche Unsicherheiten zu überwinden

Ich freue mich sehr meine Gedanken und Gefühle hier mit dir zu teilen – denn dieser Podcast ist einfach eine so schöne Möglichkeit, um dich wirklich aktiv mit dir und mit dem was in dir vorgeht zu beschäftigen.

Das ist bei mir übrigens nicht anders. Jede Podcastfolge, die ich aufnehme ist quasi eine eigene kleine Coachingstunde, die ich mit mir selber habe – weil ich diese ganzen Fragen, die ich dir teilweise mitgebe, natürlich auch selbst beantworte und mich deswegen auch durch diesen Podcast weiter entwickeln kann. Das ist auch der Grund weshalb ich über Themen spreche, die mich persönlich teilweise immer noch beschäftigen oder mich auf meinem Heilungsweg aus der Essstörung beschäftigt haben.

Viele dieser Themen habe ich mittlerweile für mich bearbeitet, aber es gibt auch manche die aufgrund von neuen Lebensumständen oder Herausforderungen plötzlich wieder aktuell werden oder in einem anderen Zusammenhang auftauchen.

Bevor wir gleich starten habe ich noch ein kleines Announcement, das ich gerne mit dir teilen würde, und zwar hast du seit Anfang März die Möglichkeit sowohl den Podcast, als auch meine Arbeit finanziell mit einem monatlichen Beitrag zu unterstützen. Wie du vielleicht weißt, bekomme ich mittlerweile fast täglich bis zu 30 Direct Nachrichten bei Instagram, sowie drei bis fünf lange Mails über das Kontaktformular auf meiner Website. So viele wundervolle Menschen schreiben mir, dass ihnen der Podcast Kraft gibt und ihnen auf dem Heilungsweg hilft. Ich bin überwältigt. Glücklich über das Feedback, welches ich bekomme. Dankbar für die Unterstützung und den Zuspruch, der mich erreicht.

Oft enthalten diese Nachrichten auch persönliche Fragen zum Heilungsweg oder die Bitte um Tipps zur Lösung eines speziellen Problems. Dabei ist jede einzelne Frage sehr individuell und nicht mal eben in zwei Sätzen beantwortet. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer und steinig der Heilungsweg manchmal sein kann und wie sehr man sich nach Antworten sehnt.

Allerdings fehlt mir schlichtweg die Zeit, um auch nur einen Bruchteil der Fragen so ausführlich zu beantworten, wie ich das eigentlich gerne möchte.
Hinzu kommt, dass sich die Fragen häufig stark ähneln, ich die Antworten aufgrund der persönlichen Parameter trotzdem nicht komplett übernehmen kann und so auch ähnliche Fragen vollständig neu beantworte.

Ich stecke viel Herzblut und Liebe in die Inhalte der einzelnen Podcastfolgen. Allerdings ist ein Podcast kein Projekt, dass man mal eben nebenbei macht. Es kostet mich Zeit, die Themen auszuwählen, Energie Blogposts zu schreiben und Interviewgäste zu akquirieren.

Neben meinem Hauptjob bleibt da schlichtweg keine Zeit für zusätzliche Fragen und persönliche Nachrichten übrig. Mit deiner Mitgliedschaft bekommst du Zugriff auf Q&A’s verschiedener Fragen zu den wichtigsten Themen, die den Heilungsweg der Essstörung betreffen.

Die Mitgliedschaft kostet 9€ und kann monatlich gekündigt werden – mit deinem Beitrag wertschätzt nicht nur die Arbeit die mache, sondern hilfst mir dabei den Podcast weiterhin kostenfrei anzubieten und auch zukünftig neue, tolle Projekte anzustoßen, die dir und vielen anderen Menschen auf dem Heilungsweg helfen.

Das Gute ist, dass du jederzeit flexibel auf das neuste Q&A zugreifen kannst - einfach dann, wenn es dir am besten passt! Du bekommst das Q&A in Textform, sodass du Antworten in Ruhe noch einmal nachlesen kannst, Du erhältst im Laufe der Zeit Zugriff auf ein breites Archiv an Q&A's zu verschieden Fragestellungen. Du kannst deine Fragen ganz bequem über das Kontaktformular auf meiner Website stellen. Du profitierst von den Fragen anderer Mitglieder, da alle Antworten anonymisiert veröffentlicht werden.

Ich würde mich einfach unglaublich freuen, wenn du dich dazu entscheidest, mich zu unterstützen, damit ich dich auch weiterhin unterstützen kann, und ich möchte, dass du weißt, wie viel mir dein Support bedeutet. Du findest alle Informationen rund um die Mitgliedschaft und die zukünftigen, exklusiven Angebote auf Instagram im Highlight oder auf meiner Website. Und ich freue mich, wenn ich bald auch deine Frage beantworten kann.

Wenn wir über die Heilung der Essstörung sprechen, dann sprechen wir immer zum einen über Themen wie Gewichtszunahme, Portionsgrößen und darüber wie man es schafft Verbote aufzulösen, zum anderen ist es auch wichtig sich mit den Ursachen zu beschäftigen, die die innere Entwicklung anstoßen. Denn oft ist es so, dass die Auflösung bestimmter negativer Überzeugungen oder Ängste ganz eng mit der Essstörung verknüpft und dafür sorgt, dass dir andere Sachen wie zum Beispiel emotionales Essen, deutlich leichter fallen.

Zusätzlich ist es natürlich so, dass wir alle, auch Menschen, die keine Essstörung haben, mit individuellen Glaubenssätzen und eigenen Herausforderungen konfrontiert sind. Deswegen ist diese Podcastfolge definitiv auch hörenswert, wenn du keine Essstörung hast.

In der heutigen Podcastfolge möchte ich gerne mit dir über Unsicherheiten sprechen. Wir werden auch darüber reden, woher sie kommen, ob sie überhaupt eine Daseinsberechtigung haben, und vor allem wie du lernst sowohl körperliche als auch mentale Unsicherheiten zu überwinden.

Ich glaube, jeder von uns hat mindestens eine Unsicherheit, die dazu führt, dass wir uns nicht so zeigen, wie wir das eigentlich möchten, oder könnten.
Das kann sowohl eine körperliche Unsicherheit sein, also dass ich mich aufgrund meiner Haut meiner Haare, meiner Zähne oder meiner Größe unsicher fühle. Grade im Heilungsprozess ist der Körper die größte Unsicherheit. Besonders die Gewichtszunahme kann einen massiv verunsichern und komplett aus der Bahn werfen.

Aber genauso kann die Unsicherheit psychisch sein, also zum Beispiel, dass ich unsicher bin, wie ich auf andere Menschen wirke, ob ich die richtigen Entscheidungen für mein Leben treffe oder was ich eigentlich gut kann.

Natürlich kann es auch sein, dass du sowohl körperliche als auch psychische Unsicherheiten hast. Das ist bei mir zum Beispiel so.

Ich habe auf Instagram in letzter Zeit immer wieder berichtet, dass ich aktuell sehr unter meinen Hautproblemen leide, auch wenn sie vielleicht objektiv betrachtet nicht so schlimm erscheinen. Aber durch die Tatsache, dass ich nie wirklich Akne oder schlimme Unreinheiten hatte, merke ich, wie stark mich meine Haut verunsichert.

Das fängt damit an, dass ich das Gefühl habe, dass andere Menschen sehen, dass ich versuche meine Pickel abzudecken, was natürlich nur bis zu einem bestimmten Grad gelingt. Oder, dass ich das Gefühl habe angestarrt zu werden, dass ich es vermeide Anderen ins Gesicht zu schauen, weil ich denke, dass sie dann mein Hautunreinheiten besser sehen können. Wie gesagt, ich weiß, dass es Menschen gibt, die ihr Leben lang mit unreiner Haut zu kämpfen haben und dass das bei mir wahrscheinlich auch wieder weggehen wird. Aber darum geht es nicht – wir wollen nicht vergleichen, wessen Unsicherheit schlimmer oder weniger schlimm ist. Unsicher zu sein, ist absolut subjektiv.

Neben dieser körperlichen Unsicherheit, habe ich immer noch zeitweise mentale Unsicherheiten, die sowohl mein Auftreten betreffen, als auch die mein Können oder meine Kompetenzen. Und obwohl da schon sehr viel an meinen inneren Überzeugungen gearbeitet habe, gibt es immer noch Momente, in denen ich unsicherer bin, als ich es eigentlich erwartet hätte.

Um diese mentalen und körperlichen Unsicherheiten zu überwinden, müssen wir uns erst einmal bewusst werden, dass sie da sind und wann genau sie auftreten. Also zum Beispiel: Habe ich diese Unsicherheit, auch wenn ich alleine bin? Oder geht es in erster Linie darum, dass sie von anderen gesehen wird? Dass andere mich bewerten oder vielleicht sogar verurteilen?

Nimm dir einen Moment Zeit, um dir darüber bewusst zu werden, welches deine größte körperliche oder mentale Unsicherheit ist. Wenn du magst, kannst du sie auch aufschreiben und dir ein paar Gedanken notieren, wann sie auftritt und wie lange du sie vielleicht schon hast. Gab es einen Zeitpunkt in deinem Leben, an dem sie nicht da war?

Wenn wir uns die Frage stellen, woher diese Unsicherheiten kommen, dann sind wir relativ schnell beim eigenen Selbstwertgefühl.

Die Wurzeln der körperlichen oder mentalen Unsicherheit sind negative Glaubenssätze, die deinen Selbstwert prägen, Perfektionismus, den Drang sich zu vergleichen und deine eigenen Erfahrungen die du gemacht hast.

Das Verzwickte an der Situation ist, dass sich quasi alles gegenseitig bedingt, deswegen tauchen diese Themen auch immer wieder in den verschiedenen Podcastfolgen auf, weil sie so eng miteinander verwoben sind. Der mangelnde Selbstwert fördert den Perfektionismus, wenn ich die Erfahrung mache, dass ich perfekt sein muss, entwickle ich negative Glaubenssätze – verstehst du was ich meine?

Deswegen ist es oft auch so kompliziert eine spezielle Unsicherheit aufzulösen, ohne dabei an anderen Themen zu arbeiten. Aber keine Angst, wir machen das hier alles Step by step. Unsicher zu sein bedeutet, dass ich mir selbst nicht bewusst oder wert bin und es mir schwerfällt meiner inneren Stimme und meinen Fähigkeiten zu vertrauen.

Wenn ich aber unsicher bin, ob ich etwas gut genug mache, dann suche ich nach Bestätigung im Außen, weil ich mir selber und meinen eigenen Kompetenzen nicht genug vertrauen kann. Wenn ich mich über meinen Körper oder mein Aussehen definiere, bin ich natürlich viel mehr verunsichert, sobald ich nicht so aussehe, wie das von der „Gesellschaft“ gewünscht oder akzeptiert wird.

Vielleicht noch ein paar Worte zur körperlichen Unsicherheit: Ich glaube in einer Zeit in der wir ständig mit perfekten Körpern, weißen geraden Zähnen, vollen Haaren und makelloser Haut auf allen Kanälen beballert werden, ist es völlig normal manchmal unsicher zu sein. Ich kenne niemanden, der das nicht ist. Die Frage ist nur, wie ich damit langfristig umgehen kann. Und die Frage ist, was ich tun kann, damit ich weniger unsicher bin. Ich habe bereits in einer eigenen Podcastfolge darüber gesprochen, wie du es schaffst, dich weniger von Social Media und den dort präsentierten Schönheitsidealen beeinflussen zu lassen. Das Wichtigste ist, dass du deinen digitalen Kleiderschrank ausmistest und ihn mit neuen inspirierenden Kleidungsstücken füllst, die dir auch wirklich passen.

 

#04 Selbstliebe und Instagram – Wie du es schaffst deine Körperzufriedenheit nicht mehr beeinflussen zu lassen

 

Grundsätzlich ist und bleibt aber der wichtigste Punkt, die innere Arbeit. Wenn ich nämlich ein gutes Selbstbewusstsein habe, dann ist mir eher klar, dass meine Äußerlichkeiten und Merkmale, die nicht dem völlig absurden Schönheitsideal entsprechen, keinen Einfluss auf meinen Wert haben.

Wie wirke ich auf andere? Was denkt der andere über mich?  Je weniger du dich vergleichst, desto sicherer kannst du in dir werden, weil du nicht mehr die ganze Zeit im Außen bist, sondern den Blick nach Innen richtest. Dieser Shift verändert deine Wahrnehmung von: "Wie sieht es aus" zu "Wie fühlt es sich an". Again, Stichwort Yoga und Meditation.

Vor allem ist es aber wichtig, dass du die Bewertung deiner Unsicherheit veränderst. Denn oft neigen wir dazu uns in unserem Leben so unglaublich stark auf diese Unsicherheiten zu fokussieren, dass sie uns davon abhalten bestimmte Dinge zu tun oder zu sagen oder uns so zu zeigen, wie wir eigentlich sind. Du kennst das vielleicht auch, dass ein geliebter Mensch in deinem Umfeld einen Pickel hat und du diesen Pickel zwar siehst, aber er die Person für dich nicht verändert.

Du musst deine Unsicherheiten nicht verstecken (manchmal geht das auch gar nicht), aber du kannst versuchen deinen Fokus neu auszurichten.
Wir haben die Möglichkeit dieses Bild was wir jahrelang von uns selber gezeichnet haben, zu verändern. Das ist zwar nicht von jetzt auch gleich gemacht und kostet auch einiges an Arbeit, aber es ist möglich.

Stichwort: Selbstwert. In der Psychologie bedeutet Selbstwert nichts anderes als die Bewertung, die man sich selber gibt – früher hat auch man Eigenwert gesagt.
Ich finde Eigenwert eigentlich ganz schön. Weil es dabei auch um den eigenen Wert geht, den man sich selber gibt und nicht nur um die Bewertung.

Eigenwert = mein eigener Wert, sich selbst etwas wert sein.

Wenn ich meinen eigenen Wert kenne, dann muss ich nicht die ganze Zeit versuchen, Bestätigung im Außen zu bekommen. Wenn ich meinen eignen Wert kenne, meinen inneren Wert, dann kann ich vielleicht auch irgendwann verstehen, dass mein Gewicht, oder meine Pickel, oder meine Haare, oder meine Unfähigkeit einen Ball zu fangen nichts, aber auch gar nichts an diesem Wert ändert.

Wenn ich ein gutes Selbstvertrauen habe, dann verstehe ich eher, dass Fehler keinen Einfluss darauf haben, ob ich gemocht werde oder nicht gemocht werde.
Deswegen ist der Schlüssel um mentale und körperliche Unsicherheiten aufzulösen, dein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu stärken.

Klingt einfacher, als es tatsächlich ist – denn dafür müssen wir die negative Überzeugung, die wir haben z. B. Ich kann nichts, Ich bin nicht schön, Ich bin zu dick, Ich bin schlechter als die anderen, umprogrammieren.

Und das funktioniert in 3 Schritten.

1. Die Unsicherheit klar benennen –- zum Beispiel: Ich traue mich nicht zu lächeln, weil ich mich für meine Zähne schäme. Oder ich kann meinem Leben keine Richtung geben, weil ich das Gefühl habe, dass ich falsche Entscheidungen treffe.

Mit welchen Gefühlen ist Unsicherheit verbunden? Mit Scham, Angst vor Ablehnung, dem Gefühl nicht geliebt zu werden? Du kannst diese ganzen Eindrücke auch einfach erst einmal wahrnehmen. Es ist okay, dass sie da sind. Wir können Unsicherheiten nicht überwinden, wenn wir versuchen sie wegzudrücken und zu ignorieren.

Erst, wenn du deine Unsicherheit akzeptieren und als normale Reaktion – wenn auch in übersteigerter Form – anerkennen kannst, kannst du etwas verändern. Hier geht es darum, das Problem zu erkennen, sich einzugestehen, dass Handlungsbedarf besteht und gleichzeitig zu verstehen, dass es möglich ist, die Unsicherheit zu besiegen. Es hilft auch einen Schritt zurückzugehen und die Unsicherheit in Relation zum Rest zu setzen. Welchen Teil macht diese Unsicherheit in meinem Leben aus? Oft ist der Einfluss sehr viel geringer, als wir eigentlich glauben – weil wir natürlich ohne Pause mit diesem angeblichen „Makel“ beschäftigt sind.

Oft spielt auch dein negativer Glaubenssatz eine wichtige Rolle , denn er beantwortet oft das Warum: Warum denkst du, dass dein äußeres Erscheinungsbild so einen enormen Einfluss darauf hat wie du gesehen wirst? Warum bist du so von der Meinung von anderen Menschen abhängig? Warum hast du das Gefühl, dass dein Hautbild oder deine Rechenschwäche dich zu einem weniger liebenswerten Mensch macht?

Ich möchte jetzt auch gar nicht zu tief in dieses Thema einsteigen, weil ich bereits eine ganz tolle eigene Podcastfolge, eine der ersten Folgen, dazu aufgenommen habe.

Also, 1. Unsicherheit anerkennen, detailliert beschreiben und vielleicht auch mal ein bisschen fühlen:  Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn ich unsicher bin? Kann ich dieses Gefühl jetzt nachempfinden?

Danach geht es darum, dass du diese Geschichte, die du dir jahrelang über dich selber erzählt hast, umschreibst. Dass du neue Überzeugungen schaffst – und dich fragst: Wie bin ich wirklich? Welchen Anteil hat diese Unsicherheit? 1 %, vielleicht 5 % oder 10 %? Vielleicht sind es sogar 20 %, aber garantiert nicht 100 %.

Oft bläht sich diese Unsicherheit zu einem riesigen Ballon auf, der uns die Sicht auf alles Weitere versperrt, was da eigentlich ist. Du bist weder dein Körper, noch deine Haare, noch deine Haut und auch nicht deine Rechtschreibschwäche oder deine Eigenschaft immer zu stottern, wenn du vor anderen Menschen sprichst. Du bist so viel mehr als das. Und weil es ziemlich schwierig ist, sich etwas auszureden – mache ich es einfach andersherum. Ich rede mir etwas ein. Nämlich, dass diese Unsicherheit nur ein kleiner Teil von mir ist und nichts über mich als Mensch aussagt.

Es ist völlig normal, dass es am Anfang schwierig ist, diese neuen Überzeugungen anzunehmen und schlussendlich auch zu glauben.

Aber genau das zeigt, wie wichtig es ist, dass du anfängst, dich auf die Dinge zu fokussieren, die du wirklich gut kannst – bei denen du nicht unsicher bist.

Nimm dir die Zeit, um dich damit auseinanderzusetzen. Dich mit dir auseinanderzusetzen. Welche 10 Charaktereigenschaften hast du, die wirklich positiv sind? Also zum Beispiel: Ich bin empathisch, pflichtbewusst, hilfsbereit, gefühlvoll und so weiter.

Grade die Auflistung positiver Charaktereigenschaften kann eine ziemliche Herausforderung sein. Ich habe dir weiter unten  eine Liste positiver Charaktereigenschaften zusammengestellt, die du einfach durchgehen kannst und dann vielleicht guckst, was mit dir resoniert. Falls dir das total schwerfällt, kannst du auch Menschen in deinem Umfeld fragen, mit welchen positiven Charaktereigenschaften sie dich beschreiben würden – ich bin sicher du schaffst es 10 Stück zu finden.

Frage dich zusätzlich: Welche 5 Aufgaben, Handlungen oder Dinge fallen dir leicht? Wobei spürst du keine Unsicherheit? Vielleicht ist es die Tatsache, dass du leicht mit fremden Menschen ins Gespräch kommst oder dich selbst gut organisieren kannst? Du kannst gedanklich durch deinen Alltag gehen und einfach wahrnehmen, was du eigentlich den ganzen Tag so machst.

Und last but not least: Schreibe fünf Erfolge auf, die du in deinem Leben hattest. Das können große Erfolge sein, oder auch ganz kleine Erfolge. Vielleicht dein Seepferdchen, oder eine Präsentation die du gehalten hast. Einen schwierigen Anruf, den du gemacht hast oder eine problematische Situation mit der du gut umgegangen bist. Don’t be so hard on yourself. Ich glaube fest daran, dass du 5 Erfolge findest.

Wenn dein Körper deine größte Unsicherheit ist, würde ich dir ebenfalls empfehlen, diese Übung zu machen. Zusätzlich kannst du dir aber auch einmal vor Augen zu führen, welchen fantastischen Job dein Körper macht, obwohl deine Haut oder Zähne oder Oberschenkel nicht so sind, wie du sie vielleicht gerne hättest. Du musst deinen Körper nicht lieben. Aber du kannst versuchen ihn zu akzeptieren und anzuerkennen, wie viel er tagtäglich leistet. Vielleicht gibt es auch bestimmte Merkmale oder Körperteile, die du sogar schön findest. Deine Hände? Deine Augenbrauen?

Es bringt wahrscheinlich auch nichts diese körperliche Unsicherheit operativ zu verändern - vielleicht temporär. Aber wenn du dir die Nase operieren lässt, dann findest du danach das nächste Körperteil, welches du verändern möchtest, weil du nicht an die Wurzel gehst, sondern das Symptom bearbeitest.

Der dritte Schritt um körperliche und mentale Unsicherheiten zu überwinden, ist neue Erfahrungen zu schaffen. In die Angst, in die Unsicherheit zu gehen. Deine Komfortzone zu verlassen und dich selbst neuen Herausforderungen zu stellen. Ich weiß, das klingt angsteinflößend. Aber nur, wenn wir uns überwinden und uns unseren eigenen Unsicherheiten stellen, können wir sicherer werden.

Ich bin sehr unsicher, wenn es darum geht neue Dinge auszuprobieren, die ich nicht kann, weil ich das Gefühl habe, von anderen Menschen bewertet zu werden. Deswegen ist meine Aufgabe dieses Jahr, immer wieder genau das zu tun. Und festzustellen, hey: Nobody cares, wenn du das Kartenspiel nicht direkt kannst. Du wirst nicht weniger gemocht, wenn du zugibst, dass dein Englisch nicht so gut ist, du es aber trotzdem probierst – ganz im Gegenteil". Also – dieses Jahr ist dein Jahr um die Unsicherheiten, die dich noch zurückhalten bestimmte Dinge zu tun, zu überwinden. You can do this.

Wenn deine Unsicherheiten eher körperlich sind, dann ist es besonders wichtig, dass du dich auch auf deine Fähigkeiten konzentrierst. Du bist nicht dein Körper. Es kann also helfen, dein Selbstbewusstsein zu stärken, indem du neue Dinge probierst. Neue Fähigkeiten entwickelst, über die du dich dann definieren kannst. Ich glaube allerdings auch, dass es zusätzlich wichtig ist, dass du in diese Angst gehst und deine körperliche Unsicherheit zeigst. Vielleicht erst einmal im vertrauten Rahmen – deinem Partner oder deiner Freundin gegenüber. Obwohl meine Haut besonders in diesem Jahr ein großes Problem war, versuche ich öfter ohne Make-up unterwegs zu sein. Und stelle immer wieder fest, dass es einfach niemanden juckt, ob ich jetzt einen Pickel auf der Wange habe oder nicht.

Also zusammengefasst sind die Schritte, um deine körperliche oder mentale Unsicherheit zu überwinden, die folgenden.

1. Die Unsicherheit klar benennen und sich mit ihr auseinandersetzen
2. Neue positive Überzeugungen schaffen z. B. durch das Aufschreiben deiner Erfolge
3. Die Komfortzone verlassen und sich der Unsicherheit stellen.

Und ich bin mir sicher, du schaffst das. Ich bin selber aktuell total überrascht, wie viel ich mich traue. Und mit jedem Mal, dem ich einer Unsicherheit entgegentrete und mir selber sage: Ich mache das jetzt trotzdem – wird es leichter.

Das ist dein Jahr – und du hast lange genug gewartet, du hast dich lange genug versteckt. Du bist nicht deine Unsicherheit. Du bist nicht dein Gewicht. Oder deine Angst nicht akzeptiert zu werden. Du bist nicht deine Bulimie oder deine Haare oder deine Sorge die falschen Entscheidungen im Leben zu treffen. Du bist einzigartig und wundervoll.

Lass uns gemeinsam losgehen und in diesem Jahr über unseren Schatten springen.

Ich hoffe, dass dir diese Podcastfolge gefallen hat, dass du für dich neue Denkanstöße aus dieser Folge mitnehmen kannst, die dir dabei helfen deine Unsicherheiten in einem anderen Licht zu sehen. Und sie in diesem Jahr nicht nur anzuerkennen, sondern ihnen die Stirn zu bieten und über dich selbst hinauszuwachsen.

Ich freue mich, wenn du bei mir auf Instagram vorbeischaust und mir deine Gedanken zu dieser Folge dalässt, es wäre eine große Bereicherung für mich, wenn du dich für eine Steady Mitgliedschaft entscheidest und den Podcast weiterempfiehlst, damit wir noch mehr Menschen erreichen und diese Message in die Welt tragen können.

Bis zur nächsten Podcastfolge sage ich dir: Du bist auf dem richtigen Weg.

Alles Liebe, deine Oona

Kommentar schreiben

Kommentare: 0